Monthly Archives: January 2012

Appell

Appell

 

Dunkel war’s, der Fluss rauschte laut

als wir zusammen durch den Wald spazierten,

diverse Vögel sich ein Nest gebaut

und viele verrückte Dinge passierten

 

Erst, nicht weit von uns, da krachte es

Von einem Baum, da fiel ein Ast

Denn auch dort oben, in dem Geäst

des Nachts der Wald macht keine Rast

 

Plötzlich, vor uns, stand ein Reh

In diesem unberührten Stück

und es stand wie eine gute Fee

Es war nicht verletzt, es hatte Glück

 

Ich streckte langsam meine Hand

dem scheuen Tier verträumt entgegen

sofort doch war es hastig weg gerannt

Es hatte wohl an mir gelegen

 

Und die Moral, du solltest niemals nicht

ob’s dich berührt, das ist egal

sei immer Tag für Tag darauf erpicht:

denke drüber nach einmal

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Die Geschichte vom Wandrer und dem Schwein

Die Frequenz lässt wieder nach. Manch einer mag im Hinterkopf noch die Erinnerung irgendwo in eine alte Kiste geschoben haben: Da war ja was mit dem Max seinen dämlichen Gedichten.

Richtig.

Und nun, 16 Tage nach dieser letzten literarischen Katastrophe, dürft Ihr, wertes Publikum, Zeuge einer ganz besonderen Veröffentlichung werden. Ihr lest nun meine erste Ballade. Zum ersten Mal auch online.

Die Geschichte vom Wandrer und dem Schwein

Es ging einst ein keuscher Wandrer
am großen Fluss entlang
als plötzlich vor dem Wandrer
dem Fluss ein Tier entsprang

Das Vieh, es grüßte gerne
und stimmte Lieder ein
“Gu’n Tach, isch komm aus Herne”
Seht hin: Es war ein Schwein

Der Wandrer schnell sich drehte
“Ein Schwein aus einem Fluss?
Und dann auch noch aus Herne
mir platzen alle Nähte
Hier steh’ ich vor dem Fluss
ich komme aus der Ferne

Vom Süden komm ich her
der Weg war gar nicht leicht
nein, er war schwer bisher
Der Flusslauf stimmt mich seicht

Meine Füße tun mir
vom vielen Laufen weh
und dazu erscheint hier
mir keine gute Fee

drum frag ich dich
mein liebes Schwein
willst du heut’ für mich
mein treues Reittier sein?”

das Schwein, das überlegte
ob es das machen wollt’
ob es sich nun regte
den Wandrer tragen sollt’

“Das wird sicher schwierig,
doch ich bin so wie du
nach dem Wandern gier’ ich
was soll ich tun, was nu’?”

“Ich würd’ dich reich entlohnen
wenn wir am Ziele sind
ob früher oder später
ich reise stets geschwind”

Das Schwein entschied sich freudig
dem Wandrer beizusteh’n
und war auch mit ihm einig
durch die Welt zu geh’n

Die beiden waren munter
ganz gewiss das ist
einst fiel der Wandrer runter
das Schwein hat sich bepisst.

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