Monthly Archives: September 2011

Renz

Renz

Im Renz da ist die Wurm drin

Äpfel und Birnen

scheppern laut im Wind

doch Metall und Holz

nahen schon sehr schnell

In des Tages Dunkelheit

selten fragt das Licht

Die kleinen haben Mut

und der Herr schwenkt den

Zylinder

sieben kleine Negerlein

die konnten’s etwas besser

nehmen sich das Messer

und schlachten sich das Schwein

eben drum

da hast Du es

das ist der Preis

der ist oft sehr heiß

Liebes Kind

Mach doch nicht so einen

Karottenauflauf

Viel ist dazu sicher nicht zu sagen. Neben dem schon bekannten Thema des “Schockieren-Wollens” zeichnet sich dieses Werk doch eher durch eine gesunde Portion an Schwachsinn, Unbedarftheit und Unfähigkeit aus. Diesen Tiefpunkt gleich im zweiten Gedicht bringe ich mit irgendetwas wie einer schlechten Note in Mathe oder dergleichen (die hatte ich nicht nur im Jahr 2000 mehr als oft genug) in Verbindung. Danke trotzdem für’s Lesen….

Tagged , ,

Warum ist die Welt die Welt und beherbergt solch wundersame Kreaturen wie Friedensreich von Heidenbräu?

Wir schreiben das Jahr 2000. Das Jahr vor dem Terror, vor dem großen Krieg. Der Welt ging es damals noch besser, alle waren glücklich, alle waren happy, alle waren froh. Alle? Nein, mir ging es damals schon beschissen. Kein Wunder, dass ich die Zeit, die ich in der Schule damals mit Lernen hätte verbringen können, auf die Kultivierung meiner – gelinde ausgedrückt – abwesenden kreativen Ader verschwendete. Aber genug von der Jammerei, heute sieht das ja alles etwas anders aus.
Wo war ich? Achja. In dieser Zeit, genauer gesagt 2000 und 2001, sind zwei Gedichtszyklen entstanden, die ich – seinerzeit motiviert durch die Arbeit Vicco von Bülows geschrieben habe. Damals wie heute war ich besonders empfänglich für diesen unterschwelligen Zynismus und die Szene, die mich am meisten beeindruckt hat, war zeitweise diejenige in Pappa ante Portas, in der der Meister selbst das kurze Meisterwerk “Melusine” zum Besten gab. Ihr wisst schon:

“Melusine… –
Krawehl, krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain,
Trübtauber Hain am Musenginst.
Krawehl, krawehl!”

Weil ich damals zwischendurch auch gerne mal irgendeinen Quatsch gezeichnet habe, hatte ich auch bereits eine Figur zur Hand, die ich aus mir heute nicht mehr einleuchtenden Gründen als Wappenfigur als ziemlich passend empfand: Friedensreich von Heidenbräu.

Friedensreich von Heidenbräu

Die Geschichte dieses Geschöpfes habe ich vergessen. Zugegeben: Das würde ohnehin nun zu weit führen.

Hier nun das erste Gedicht meines Zyklus, der zwar jeden Ernstes entbehrt, von dem ich aber trotzdem seinerzeit geträumt habe, dass er mich über die Grenzen Essen-Huttrops hinaus berühmt machen könnte. Dass das nicht geschehen ist, wissen ja alle, die bis hierher mitgelesen haben).

Greuch

Stille

Glut

Glutenstille im

Friedensreich

Reichsstille

Glutenfrieden

Er geht

Sie kommt

aber wohin

Stille?

heraus kommt die Laus

aus dem Haus der Laus

denn es ist ja ihr Haus

Stille

Glut

Frieden in

dem Haus der Laus

Frieden in der Glut

Gut

Sicherlich, ein frühes Werk. Was wir dennoch auf Anhieb erkennen können, ist dieser Mut zum Neuen. Das unbändige Verlangen nach einem Ausbruch aus den Konventionen, nach einer neuen Form der Verbindung zwischen poetischem Freigeist und klassischem Versmaß. Zurückhaltend formuliert spiegelt sich für mich in diesem Gedicht das intentionelle Rebellentum wieder, das zuvor nur ein Heinrich Heine so meisterhaft zu Papier gebracht hat. Nicht Rilke, aber ein Anfang, wenn auch in einem so frühen Stadium meines Schaffens noch etwas holprig ob der mangelnden Lebenserfahrung. Ich denke aber, Ihr könnt erkennen, warum ich auf vielfachen Wunsch einiger Freunde nun damit beginne, die insgesamt fünf Gedichte des ersten Zyklus mit dem Namen, den Ihr auch schon im Titel dieses Posts finden könnt, und die sieben Werke des zweiten Zyklus “Der/das Friedensreich ist nah” (hier kann man schon den apokalyptischen Hauch einer bedrückten Seele herauslesen) auf diesem Blog in die digitale Welt entlassen werde, damit sie sich endlich, nach all den Jahren, frei bewegen können. Ich denke, sie haben es verdient.

Zumindest, wenn hier schon nichts besseres passiert. Bis zum nächsten Mal.

Tagged , , ,

Reboot

Wisst Ihr…
Wie fühlen sich all diejenigen unter Euch, die regelmäßig bloggen? Wollt Ihr den Erfolg? Die Rückmeldung, die Resonanz? Sitzt Ihr wöchentlich (oder noch regelmäßiger) vor den Statistiken und hofft auf mehr Besucher?

Fühlt Ihr Euch unter Druck, wenn Ihr nicht genug Output fabriziert? Fragt Ihr Euch, ob Ihr als Blogger nicht mehr akzeptiert werdet, wenn Ihr nicht soundso oft Updates rausschießt? Und wenn ja, haben diese Fragen Euch geholfen (bei was auch immer)?

Ich habe mich das gefragt. Ab und zu. Zumindest einiges davon. Und auch, wenn es keineswegs zu einem Problem geworden ist, bei dem man sich die Frage stellt: “Vielleicht habe ich gar nicht zu viel zu tun, sondern zu wenig?” Auch dann hat sich zumindest die eine Antwort herausgestellt: Ganz sicher muss ich bei der Frequenz kein selbstgehostetes WordPress dazu verwenden. Schon gar nicht, wenn das dann nicht zumindest in den seltenen Fällen auch wirklich erreichbar ist, wenn ich dann mal was zu sagen habe. Und schon gar nicht, wenn es nicht selbst gehostet ist.

Mit anderen Worten: Willkommen auf maxdzellmer.wordpress.com. Einige Posts sind auf dem Weg verloren gegangen, viel wichtiges stand hier aber ohnehin nicht. Und da ich verspreche, dass ich (außer diesem ersten Post) hier keinen vom Pferd erzählen werde, wisst Ihr vermutlich längst, dass Ihr davon erfahren werdet, wenn es sich lohnt, vorbeizuschauen. Zwei Dinge nur: Erstens ist dies ein Danke an meinen Freund Daniel, wegen dessen Blogeintrag ich heute den Entschluss zum Neuanfang gefasst habe. Zweitens wisst Ihr nun, dass hier ab und zu mal etwas geschehen könnte.

Wie schön! Und weil Ihr vermutlich noch nicht genug von unserem unheimlich tollen Kanada-Urlaub gesehen habt, seht Ihr hier die lustigen chinesischen Kupferfiguren, die sich mit mir freuen.

20110920-111458.jpg

Tagged ,